Der Weg nach Zandvoort
Am 28. März 2026 eröffnete das Zandvoorts Museum die Ausstellung Der Weg nach Zandvoort – 200 Jahre Badeort. Während dieser besonderen Eröffnung stand nicht nur die reiche Geschichte von Zandvoort im Mittelpunkt, sondern auch die Arbeit aller, die zur Ausstellung beigetragen haben. Interimsdirektorin Fokelien Renckens-Stenneberg sprach Kurator Stefan de Groot, der für Inhalt und Gestaltung der Ausstellung verantwortlich ist, ihre Anerkennung aus. Sie dankte auch dem Sammlungsleiter Hans Konijn für die Anordnung der Ausstellung und Jan Kol für die Erstellung des Modells des Groot Badhuis.
Führung
Einer der Höhepunkte der Eröffnung war die Führung durch Kurator Stefan de Groot. Er führte die Anwesenden persönlich durch die Ausstellung und vertiefte die Geschichten, Objekte und Bilder, die zu sehen sind. Die Führung basiert auf dem Buch „En Zandvoorts heilig strand is van mijn togt het doel“ des Historikers Koen Marijt, das die Grundlage für die Ausstellung bildete. De Groot wurde letztes Jahr gebeten, das Buch zu gestalten. Für die Zusammenstellung des Buches tauchte er tief in die Archive des Zandvoorts Museum, des Rijksmuseum und des Noord-Hollands Archief ein. Diese Suche lieferte einen Schatz an visuellem Material, das nun auch in der Ausstellung zu sehen ist. Ergänzend schuf De Groot ein lebensgroßes Gemälde, das den Bau der Landstraße in Zandvoort zeigt. Hier ist zu sehen, wie die Pflasterung mit IJsselsteinen und Klinkern am Hogeweg angelegt wurde. Die originalen alten Steine fand De Groot in einer Ziegelei in Borssele; sie sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen. Zudem sind unter anderem Originaldokumente des „Plan Eener Negotiatie“ und der Brief an den König aus dem Noord-Hollands Archief ausgestellt.
Geschichte
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten fünf unternehmungslustige Honoratioren aus Haarlem und Amsterdam eine kühne Idee: Zandvoort zum ersten Badeort der Niederlande zu machen. Doch die Konkurrenz war groß. Auch Scheveningen sah Chancen in der aufkommenden Badekultur. Es folgte ein wahrer Kampf um die Gunst der ersten Badegäste. Um ihre Pläne zu verwirklichen, entwarfen die Initiatoren den „Plan Eener Negotiatie“ – eine Anleihe, mit der Geld für ein großes Infrastrukturprojekt gesammelt wurde: den Bau einer befestigten Landstraße nach Zandvoort und den Bau des ersten kommerziellen Badehauses für wohlhabende Besucher, die zur Kur und Erholung an das Meer kamen. Die neue Straße wurde bewusst nicht durch das Dorf geführt. Die Initiatoren wollten die neuen Badegäste nicht mit der Armut des Fischerdorfes konfrontieren. Sogar das Leuchtfeuer der Fischer musste weichen, damit das gehobene Bürgertum ungestört den Meerblick, die frische Luft und den Strand genießen konnte.
Erlebnis und Geschichte kommen zusammen

Die Ausstellung ist um eine fesselnde Kombination aus Bild, Erlebnis und Originalquellen aufgebaut. Besucher folgen der Geschichte anhand eines Dokumentarfilms, entdecken durch interaktive Elemente selbst mehr und erhalten durch authentische historische Dokumente und Objekte einen einzigartigen Blick hinter die Kulissen. Ein besonderer Blickfang ist das eigens angefertigte Modell des Groot-Badhuis.
Diese Ausstellung ist ein Muss, da sie die Vergangenheit auf zugängliche und überraschende Weise zum Leben erweckt. Sie erleben nicht nur, wie sich Zandvoort zum Badeort entwickelte, sondern spüren auch den Ehrgeiz und die Vision hinter diesen Plänen – als wären Sie selbst dabei gewesen.
„Der Weg nach Zandvoort – 200 Jahre Badeort“ ist vom 28. März bis zum 6. September 2026 zu sehen.