Fritz Mock (1867–1919)

von Stefan de Groot

Biografie

Karl Friedrich „Fritz“ Mock wurde am 13. September 1867 in Böblingen, im deutschen Baden-Württemberg, geboren. Er entwickelte sich zu einem vielseitigen Künstler mit deutsch-schweizerischem Hintergrund, der um 1900 vor allem in der Schweiz aktiv war. Sein Leben und Werk spielten sich größtenteils in Basel ab, wo er am 30. September 1919 verstarb.

Die Basler Künstlergesellschaft im Jahr 1898 mit v. l. n. r. Wilhelm Balmer, Emil Schill, Fritz Mock und Franz Baur
Die Basler Künstlergesellschaft im Jahr 1898 mit v. l. n. r. Wilhelm Balmer, Emil Schill, Fritz Mock und Franz Baur

Zwischen Staffelei und Druckpresse

Fritz Mock MÄDCHEN UND SCHWAN Ölfarben
Fritz Mock Mädchen und Schwan Ölfarben

Mock begann seine Laufbahn nicht direkt als Maler, sondern als Lithograf. Diese grafische Basis sollte sich später als großer Einfluss auf sein Werk erweisen. Im Jahr 1885 zog er nach München, um eine Malereiausbildung zu absolvieren. Dort erhielt er eine fundierte akademische Ausbildung, die ihm technischen Halt gab und es ihm ermöglichte, sich frei zwischen verschiedenen Disziplinen zu bewegen. 1893 zog er nach Solothurn; später ließ er sich endgültig in Basel nieder. Er war dort nicht nur als Künstler, sondern auch als Dozent tätig. Bemerkenswert ist, dass er eine eigene Malschule für Frauen gründete – eine fortschrittliche Initiative in einer Zeit, in der Kunstunterricht für Frauen noch keine Selbstverständlichkeit war.

Maler

Fritz Mock Aquarelle Schweiz
Fritz Mock Aquarelle Schweiz

In der ersten Phase seiner Karriere lag der Schwerpunkt auf der Malerei. Mock arbeitete viel mit Aquarellfarben und entwickelte einen impressionistischen Stil mit einer raffinierten Behandlung von Licht und Farbe. Sein Werk zeigt oft Landschaften und Alltagsszenen, in denen Atmosphäre und Moment wichtiger sind als Details. Er stellte unter anderem beim Schweizerischen Kunstverein aus und erlangte damit eine gewisse Bekanntheit in der Schweizer Kunstwelt.

Grafiker

Milly Mock und Fritz Mock Exlibris
Milly Mock und Fritz Mock Exlibris

Später verlagerte sich sein Fokus immer mehr auf die grafischen Künste. Hier kam seine technische Vielseitigkeit voll zur Entfaltung. Mock arbeitete mit Holzschnitt, Lithografie sowie Linolschnitt und beherrschte diese Techniken mit großer Präzision. Etwa einhundert Exlibris – kleine, künstlerische Eigentumszeichen für Bücher – zeugen von seiner Handwerkskunst. Diese entwarf er oft in einem zierlichen Jugendstil, der an das Werk seines Zeitgenossen Alfons Mucha erinnert. In dem Portfolio Fritz Mock Gelegenheitsgraphik befinden sich signierte Exlibris, darunter ein persönliches Exemplar mit seiner Adresse: Theodorstraße 2 in Basel. Auf diesem Blatt stellte er sich selbst als Satyr mit Violine dar, Zeichenmappen unter dem Arm, einen Malkasten in der Hand und einen Sonnenschirm dabei. Es ist ein spielerisches Selbstporträt, das zeigt, dass Mock nicht nur Maler und Grafiker, sondern auch Musiker war. Unter den Exlibris befindet sich auch ein Exemplar seiner Frau, Milly Mock-Oelhafen, auf dem sie eine Alpenlandschaft zeichnet. Neben seinem grafischen Werk schuf Mock auch Illustrationen für Bücher.

Niederlande und Zandvoort

Fritz Mock Aquarelle Volendam
Mädchen in Tracht in Marken (1913)

Um 1913 hielt sich Mock einige Zeit in den Niederlanden auf. Aus dieser Zeit sind Aquarelle von Frauen in Tracht bekannt, die vermutlich in Marken gemalt wurden. Im selben Jahr besuchte er Zandvoort, wo er das Aquarell Strand Zandvoort schuf. Dieses Werk wurde am 6. Februar vom Zandvoorts Museum angekauft und wird im Jahr 2026 ein Jahr lang in der Präsentation In de Spotlights zu sehen sein.

Fritz Mock Strand Zandvoort
Fritz Mock Strand Zandvoort (1913), Aquarell

Von derselben Darstellung fertigte Mock auch einen mehrfarbigen Holzschnitt an, in dem die Kinder im Vordergrund weggelassen wurden.

Fritz Mock Strand Zandvoort 1913 Holzschnitt
Fritz Mock Strand Zandvoort (1913), Holzschnitt

Mocks niederländische Periode schließt nahtlos an sein bleibendes Interesse am modernen Alltagsleben und an Landschaften an, in denen Mensch und Umgebung zusammenkommen. Er vereinte Malerei und Grafik auf überzeugende Weise und bleibt damit eine repräsentative Figur der Kunst um die Jahrhundertwende – ein Künstler, der sich mühelos zwischen Esel und Druckpresse bewegte.