Karl Friedrich „Fritz“ Mock wurde am 13. September 1867 in Böblingen, im deutschen Baden-Württemberg, geboren. Er entwickelte sich zu einem vielseitigen Künstler mit deutsch-schweizerischem Hintergrund, der um 1900 vor allem in der Schweiz aktiv war. Sein Leben und Werk spielten sich größtenteils in Basel ab, wo er am 30. September 1919 verstarb.
Mock begann seine Laufbahn nicht direkt als Maler, sondern als Lithograf. Diese grafische Basis sollte sich später als großer Einfluss auf sein Werk erweisen. Im Jahr 1885 zog er nach München, um eine Malereiausbildung zu absolvieren. Dort erhielt er eine fundierte akademische Ausbildung, die ihm technischen Halt gab und es ihm ermöglichte, sich frei zwischen verschiedenen Disziplinen zu bewegen. 1893 zog er nach Solothurn; später ließ er sich endgültig in Basel nieder. Er war dort nicht nur als Künstler, sondern auch als Dozent tätig. Bemerkenswert ist, dass er eine eigene Malschule für Frauen gründete – eine fortschrittliche Initiative in einer Zeit, in der Kunstunterricht für Frauen noch keine Selbstverständlichkeit war.
In der ersten Phase seiner Karriere lag der Schwerpunkt auf der Malerei. Mock arbeitete viel mit Aquarellfarben und entwickelte einen impressionistischen Stil mit einer raffinierten Behandlung von Licht und Farbe. Sein Werk zeigt oft Landschaften und Alltagsszenen, in denen Atmosphäre und Moment wichtiger sind als Details. Er stellte unter anderem beim Schweizerischen Kunstverein aus und erlangte damit eine gewisse Bekanntheit in der Schweizer Kunstwelt.
Später verlagerte sich sein Fokus immer mehr auf die grafischen Künste. Hier kam seine technische Vielseitigkeit voll zur Entfaltung. Mock arbeitete mit Holzschnitt, Lithografie sowie Linolschnitt und beherrschte diese Techniken mit großer Präzision. Etwa einhundert Exlibris – kleine, künstlerische Eigentumszeichen für Bücher – zeugen von seiner Handwerkskunst. Diese entwarf er oft in einem zierlichen Jugendstil, der an das Werk seines Zeitgenossen Alfons Mucha erinnert. In dem Portfolio Fritz Mock Gelegenheitsgraphik befinden sich signierte Exlibris, darunter ein persönliches Exemplar mit seiner Adresse: Theodorstraße 2 in Basel. Auf diesem Blatt stellte er sich selbst als Satyr mit Violine dar, Zeichenmappen unter dem Arm, einen Malkasten in der Hand und einen Sonnenschirm dabei. Es ist ein spielerisches Selbstporträt, das zeigt, dass Mock nicht nur Maler und Grafiker, sondern auch Musiker war. Unter den Exlibris befindet sich auch ein Exemplar seiner Frau, Milly Mock-Oelhafen, auf dem sie eine Alpenlandschaft zeichnet. Neben seinem grafischen Werk schuf Mock auch Illustrationen für Bücher.
Um 1913 hielt sich Mock einige Zeit in den Niederlanden auf. Aus dieser Zeit sind Aquarelle von Frauen in Tracht bekannt, die vermutlich in Marken gemalt wurden. Im selben Jahr besuchte er Zandvoort, wo er das Aquarell Strand Zandvoort schuf. Dieses Werk wurde am 6. Februar vom Zandvoorts Museum angekauft und wird im Jahr 2026 ein Jahr lang in der Präsentation In de Spotlights zu sehen sein.
Von derselben Darstellung fertigte Mock auch einen mehrfarbigen Holzschnitt an, in dem die Kinder im Vordergrund weggelassen wurden.

Mocks niederländische Periode schließt nahtlos an sein bleibendes Interesse am modernen Alltagsleben und an Landschaften an, in denen Mensch und Umgebung zusammenkommen. Er vereinte Malerei und Grafik auf überzeugende Weise und bleibt damit eine repräsentative Figur der Kunst um die Jahrhundertwende – ein Künstler, der sich mühelos zwischen Esel und Druckpresse bewegte.