Zweiter Weltkrieg in Zandvoort

von Stefan de Groot

*]:pointer-events-auto [content-visibility:auto] supports-[content-visibility:auto]:[contain-intrinsic-size:auto_100lvh] R6Vx5W_threadScrollVars scroll-mb-[calc(var(–scroll-root-safe-area-inset-bottom,0px)+var(–thread-response-height))] scroll-mt-[calc(var(–header-height)+min(200px,max(70px,20svh)))]” dir=”auto” data-turn-id=”request-WEB:c69cbafa-8b42-4b00-bb22-bc30168927dc-2″ data-testid=”conversation-turn-6″ data-scroll-anchor=”false” data-turn=”assistant”>

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Zandvoort schwer von Besatzung, Deportationen und dem Bau des Atlantikwalls getroffen – eine Geschichte, die bleibende Aufmerksamkeit verdient. Das Zandvoorts Museum beauftragte mich damit, eine Dokumentation für die Ausstellung „Bunker: Die verborgene Vergangenheit von Zandvoort“ zu erstellen. Die Dokumentation kann kostenlos auf unserem YouTube-Kanal angesehen werden.

Geschichte Zandvoorts während des Zweiten Weltkriegs

1940
Am 16. Mai 1940 marschierten die Deutschen in Zandvoort ein. Infanterietruppen der SS und andere Einheiten der deutschen Wehrmacht bezogen Quartier in den fast leerstehenden Hotels und Pensionen. Das Hauptquartier wurde im Clubhaus des Kennemer Golfclubs eingerichtet. In der Nacht vom 4. auf den 5. August wurde die jüdische Synagoge gesprengt – vermutlich von NSB-Anhängern aus Zandvoort und Heemstede mit Unterstützung der SS. Systematisch wurde Zandvoort dem deutschen Regime unterworfen. Lebensmittel wurden rationiert, die niederländische Flagge durfte nicht mehr gehisst werden und es bestand ein Verbot, ausländische Sender zu hören. Autos, Fahrräder und Pferde wurden beschlagnahmt. Zudem wurde ein Benzinverbot verhängt.

1941
Ab dem 27. Februar war es Juden untersagt, Cafés und öffentliche Räume zu betreten. Im Juni folgte ein Verbot für Juden, den Boulevard und den Strand zu besuchen. Ab dem 1. September durften jüdische Kinder keine öffentlichen Schulen mehr besuchen. Alle jüdischen Unternehmer mussten ihre Geschäfte schließen.

1942
Am 12. März wurden unverheiratete Juden über 18 Jahre mit dem Zug nach Amsterdam deportiert. Einen Tag später folgten 153 jüdische Familien. Sie wurden im jüdischen Viertel in Amsterdam untergebracht und später nach Westerbork und in Vernichtungslager abtransportiert. Im Mai wurde der Strand zum Sperrgebiet erklärt und war für alle Einwohner und Badegäste verboten. Um eine Invasion der Alliierten zu verhindern, wurde mit dem Bau des Atlantikwalls begonnen. Systematisch wurden alle Küstenorte abgerissen. Auch Zandvoort blieb nicht verschont. Zunächst mussten die Bewohner evakuiert werden. Die Ausführung des Baus des Atlantikwalls lag in den Händen der Organisation Todt. Alle Hotels am Boulevard wurden abgerissen.

1943
Die Gemeindeverwaltung war nun vollständig von NSB-Mitgliedern besetzt. Die Deutschen erhielten Unterstützung von niederländischen Bauunternehmen, um die Bunker in hohem Tempo zu errichten. Im Mai trat der allgemeine Arbeitseinsatz in Kraft. Niederländische Männer zwischen 17 und 40 Jahren wurden zur Zwangsarbeit verpflichtet. Am 17. September wurde der Stolz von Zandvoort weiter verletzt: Nach vielen Versuchen wurde der Wasserturm gesprengt.

1944
General Rommel besuchte Zandvoort und gab den Befehl, noch mehr Bunker in den Dünen zu bauen. „Ons Huis“ wurde in „Snerthuis“ umbenannt, da die Bewohner dort nur noch Erbsensuppe (Snert) bekommen konnten. Am 5. September verbreitete sich das Gerücht, dass die Alliierten in den Niederlanden seien. NSB-Anhänger und deutsche Soldaten ergriffen die Flucht. Man wusste nicht, woran man war. Dieser Tag wurde als „Dolle Dinsdag“ (Verrückter Dienstag) bekannt. Zandvoort wurde noch stärker isoliert. Am 9. Oktober wurde der Straßenbahnverkehr zwischen Haarlem und Zandvoort eingestellt. Der Strom wurde abgeschaltet. Das Überleben wurde immer schwieriger, als auch das Wasser rationiert wurde. Es war ein strenger Winter, und man nutzte alles Brennbare, um warm zu bleiben. Illegal wurden Bäume gefällt und leerstehende Häuser nach Holz geplündert. Darauf standen schwere Strafen.

1945
Im Januar 1945 lag eine dicke Schneeschicht. Alle Fahrräder wurden beschlagnahmt. Das Brot wurde rationiert. Die Lebensmittelmarken waren wertlos geworden, da es kaum noch Produkte gab. Die Lebensmittelknappheit erreichte ihren Höhepunkt. Menschen starben buchstäblich vor Hunger. Am Ende des Hungerwinters beschlossen die Alliierten im Einvernehmen mit den Deutschen, Lebensmittel aus der Luft zu liefern. Die britische Operation Manna und die amerikanische Operation Chowhound stellten die Versorgung mit Lebensmitteln sicher. Am 3. Mai wurden die Lebensmittel bei den Feldern in Vogelenzang abgeworfen. Danach wurden sie in Zusammenarbeit mit den Besatzern zur Polizeistation in Zandvoort transportiert und unter der Bevölkerung verteilt. Die Befreiung Europas und der Niederlande stand kurz bevor. Am Abend des 4. Mai erhielt man die Nachricht, dass West-Niederlande am 5. Mai um 8:00 Uhr befreit sei. Zandvoort war noch hermetisch abgeriegelt. Die Besatzer hielten sich noch in der Stellung Zander auf. Die Nachricht verbreitete sich schnell im Dorf. Am 5. Mai kehrten Bürgermeister van Alphen und die Beigeordneten in das Rathaus zurück. Auf dem Tramplein standen hunderte Zandvoorter. Die niederländische Flagge wurde nach fünf Jahren Besatzung gehisst und das Wilhelmus wurde aus voller Brust gesungen. Zwei Tage später trafen die Befreier im Dorf ein. Es waren Kanadier. In Zandvoort wurde die Befreiung noch monatelang gefeiert.